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Kite-Forum

The Kite Guide
Produktbeschreibungen

Der Kiteguide

An dieser Stelle wollen wir Euch unsere Einschätzung verschiedener Kitesurfing-Artikel präsentieren. Die folgenden Ausführungen stützen sich dabei auf unsere persönlichen Erfahrungen mit den einzelnen Produkten. Leider hatten wir bisher noch nicht die Gelegenheit, alle Artikel unseres Sortiments für eine fundierte Beurteilung ausgibig genug zu testen. Es ist jedoch unser Ziel, diese Rubrik möglichst schnell zu vervollständigen und dann auch neue Produkte und Ideen zu präsentieren.

Kites

C-QUAD

Der C-QUAD ist ein Vierleiner-Kite, der von dem bekannten Drachendesigner und Zugdrachenspezialist Peter Lynn speziell als wassertauglicher Zugdrachen entwickelt wurde. Im Moment ist er in vier Größen (6.3, 4.2, 3.2 sowie 2.2 m²) auf dem Markt, weitere Größen werden demnächst folgen. Der C-QUAD besteht aus einem Segel aus hochwertigem Spinnakertuch, einer durchgehenden Glass-Carbonstange an der Vorderseite, mehreren Stangen im Segel zu dessen Stabilisierung sowie einer vielschenkeligen Waage, welche die Kraft des Drachens aufnimmt und auf die Lenkschnüre umleitet.

 

C-QUAD 2.2

C-QUAD 3.2

C-QUAD 4.2

C-QUAD 6.3

Spannweite

284 cm

340 cm

440 cm

520 cm

Gewicht

380 g

540 g

680 g

950 g

Windbereich ca. Bft.

6-7

5-6

4-5

3-4

Schnurstärke (vorne/hinten) ca.

160/90kg

160/90kg

160/90kg

160/90kg

Der C-QUAD entwickelt einen enormen aber angenehmen Zug, der sich beim Kitesurfing gut in Vortrieb umsetzen läßt. Das Flugverhalten ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber im Grunde unkompliziert und sehr harmonisch. Der C-QUAD stellt höhere Anforderungen an den Piloten als beispielsweise ein Zweileiner-NPW 5 oder ein WIPIKA-Schirm. Nach ein paar Stunden Training (am besten an Land und unter Anleitung) bei nicht zu starkem Wind kommen aber auch Drachenflug-Neulinge schon gut mit ihm zurecht. Im Vergleich zu vielen anderen Kitesurfing-Drachen fliegt der C-QUAD schneller und hat ein größeres Windfenster, was auch für seine guten Höhelaufeigenschaften mit entscheidend ist. Der C-QUAD ist mit ein bischen Übung relativ sicher aus dem Wasser zu starten. Die Wasserstarteigenschaften lassen sich allerdings mit speziellen Schwimmern, die am Drachen angebracht werden, wesentlich verbessern. Sie sollen in Kürze auf den Markt kommen und werden dann bei uns erhältlich sein.

Es erwies sich als sinnvoll, die beiden unteren (Brems-) Schnüre ca. 15 - 20 cm länger als die oberen abzustimmen. So entwickelt der C-Quad mehr Zug und läßt sich einfacher fliegen. Die Wahl der Lenkgriffe (Link) und des Trapezes (Link) ist Sache des persönlichen Stils.

Sowohl der Start als auch das Fahren selber ist mit dem C-Quad sehr einfach, wenngleich ein absoluter Drachenfluganfänger mit einem Zweileiner wohl zuerst besser zurecht kommen werden. Nach einer Wasserlandung ist speziell bei schwächerem Wind darauf zu achten, daß der Drachen möglichst schnell wieder aufgerichtet wird, da er sonst untergeht und sich in einem Bogen zusammenzieht. So ist er nur schwer (manchmal auch gar nicht, was aber auch an meiner mangelnden Übung liegen mag) wieder aus dem Wasser zu bekommen. Durch die oben schon angekündigten Schwimmkörper dürften sich die Wasserstarteigenschaften wesentlich verbessern lassen. Solange es diese noch nicht gibt, kann man sich duch Eigenkonstruktionen (z.B. aus geschlossenzelligem Schaumstoff) an den Flügelspitzen oder an der vorderen Stange bzw. durch eine steifere Stange weiterhelfen. Wir konnten diesbezüglich aufgrund unserer kurzen Testphase keine weiteren Versuche und Erfahrungen machen. Wer hier schon experimentiert hat, möge sich bitte bei uns melden (link zur email ). Der Start des C-QUAD aus dem Wasser erfolgt durch Zurückschwimmen und gefühlvolles Ziehen besonders an den oberen Lenkschnüren. Es ist darauf zu achten, daß der Drachen beim Abheben mit beiden Flügelspitzen gleichzeitig des Wasser verläßt (also gerade nach oben fliegt), da er sonst leicht zur Seite wegkippt und wieder im Wasser liegt.

Zusamenfassend ist das Handling des C-QUAD über dem Wasser als gut zu bezeichnen. Besonders positiv fällt die praktische und schnelle Art des Zusammenfaltens, das günstige Packmaß sowie der recht starke und als angenehm empfundene Zug beim Fliegen auf. Auch der erfreulich niedrige Preis ist im Vergleich zu WIPIKA und Lenkmatten ein Vorteil.

NPW 5

Der NPW 5 ist ein stabloser Drachen, der duch seine genial einfache Konstruktion fasziniert. Das Segel wird von einer ausgeklügelten Waage in seiner Form gehalten und erzeugt einen enormen Auftrieb. Ohne Veränderungen an der Waage vornehmen zu müssen läßt sich der NPW 5 als Zweileiner oder als Vierleiner fliegen. Der Vorteil der Vierleiner-Option liegt in der besseren Kontrollierbarkeit und in der Möglichkeit, die Zugkraft zu regulieren. Den NPW 5 gibt es in drei verschiedenen Größen. Nach der Powersession läßt er sich schnell und einfach im mitgelieferten Säckchen verstauen. Da nehmen die Schnüre fast mehr Raum ein...

 

LK 175

LK 200

LK 250

Größe m²

2.36

3.09

4.82

Gewicht

220 g

260 g

 

Windbereich ca. Bft.

6-7

5-6

3-4

Schnurstärke ca.

160kg

160kg

160kg

Der NPW 5 ist einfach zu fliegen und besonders für Anfänger geeignet, die einen sehr günstigen und zugstarken Lenkdrachen suchen. Die Wasserstarteigenschaften des NPW 5 sind jedoch miserabel, so daß man ihn am besten gar nicht abstürzen läßt (was auf Grund seiner Gutmütigkeit nach einiger Übung durchaus nicht unmöglich erscheint). Um den NPW 5 am Strand sicher starten und landen zu können, ist es gerade mit der Zweileiner-Option und bei stärkerem oder böigem Wind besser, wenn eine zweite Person den Drachen festhält bzw. in Empfang nimmt. Von der Zugkraft her genügen mit dem LK 250 gute drei Beaufort zum gleiten, wobei diese Angabe natürlich ‚mit Vorsicht zu genießen‘ ist, weil sie stark vom Fahrzeug sowie vom Körpergewicht und Können des Piloten abhängt.

Abschließend bleibt festzuhalten, daß das größte Problem des NPW 5 als Kitesurfing-Drachen seine schlechten Wasserstarteigenschaften sind, als positiv ist der günstige Preis und das kleine Packmaß hervorzuheben

WIPIKA

Durch Luftkammern gut wasserstartfähiger Zweileiner-Zugdrachen, durch Modifikation der Waage auch als Vierleiner einsetzbar, Lieferung mit Luftpumpe, Reparaturset, Anleitung und Video Mehr Infos zum Wipika gibts hier.

Kitesurfingboards

Man kann sich auf vielerlei Art mit dem Kite auf dem Wasser fortbewegen. Wakeboards, Wellenreiter, Windsurfboards, Kajaks, Boote, Katamarane sind nur einige der denkbaren Hilfsmittel. Sehr genial, besonders in der Brandung ist es auch, sich einfach ‘pur’, also ohne Hilfsmittel bodydrag-mäßig durch die Fluten ziehen zu lassen. Höhelaufen ist jedoch mit dieser speziellen Methode wahrscheinlich unmöglich.

Die meisten Kitesurfer benutzen spezielle Kitesurfingboards, die in jüngster Zeit zuhauf angeboten werden. Dabei fällt auf, daß sich die verschiedenen Boards in Länge, Outline, Scoop-Rocker-Linie und Volumenverteilung sehr stark unterscheiden. Es kann also offenbar nicht davon gesprochen werden, daß sich bereits ein Shape-Konzept als optimal herausgestellt hätte. Die meisten Kitesurfingboards haben drei kleine Finnen und sind zwischen 200 und 230 cm lang. Um einen sicheren Halt auf dem Brett zu gewährleisten, sind zwei bzw. drei Fußschlaufen auf dem Board angebracht. Das Board wird durch eine Leash mit dem Fußgelenk des Kitesurfers verbunden.

Wer zu Anfang nicht so viel Geld für ein extra Kitesurfingboard ausgeben will und noch einen alten Wellenreiter hat, kann einfach drei Schlaufen auf ihm befestigen und loslegen. Wir haben das zuerst auch so gemacht. Allerdings sollte man nicht zu hohe Erwartungen an die Höhelaufeigenschaften und die Stabilität stellen. Um die Schlaufen auf dem Board zu verschrauben benutzen wir nicht einmal Plugs, sondern haben einfach ca. 4 cm große Löcher in das Board gefräst und mit Epoxi mit Microballoons wieder aufgefüllt. Nach der Aushärtung des Harzes lassen sich so die Fußschlaufen festschrauben (vorher vorbohren!). Unseren ersten Kitesurfingerlebnissen hielt diese Art der Befestigung problemlos stand. Wir haben die Erfahrung gemacht, daß es sinnvoll ist, gleich ein paar mehr Schlaufenpositionen zu schaffen, um die optimale Fußstellung ausprobieren zu können.

BIC 6’7"

Sehr preisgünstiges Thermoplast-Kitesurfingboard, Tri-Fin, komplett mit Schlaufen und Finnen.

F-One

Epoxi-Verbund-Kitesurfingboard, Tri-Fin, mit Schlaufen und Finnen, sehr edel wirkendes Finish, in zwei Größen lieferbar(215cm und 230cm).

NAISH-KITESURFINGBOARD

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Zubehör

Schnüre

Als Verbindung von Kitesurfer und Kite spielen die Lenkschnüre eine wichtige Rolle. Zum einen müssen sie die starken Zugkräfte des Schirms (yesss!) auf den Kitesurfer übertragen, zum anderen hängt das Flugverhalten des Kites wesentlich von der Qualität der verwendeten Schnüren ab.

Zur Wahl der Lenkschnüre

Über die Eignung einer Schnur für das Kitesurfen entscheiden Dehnung, Gewicht, Wasseraufnahme, Durchmesser, Oberflächenstruktur sowie die Haltbarkeit. Hochwertige Lenkschnüre sind vorgereckt und haben eine sehr geringe Dehnung (<1%). Dadurch kommen die Lenkausschläge direkter beim Drachen an und werden nicht durch die Flexibilität der Schnur abgefedert. Das Gewicht der Schnüre - gerade im nassen Zustand - wirkt sich ebenfalls auf die Flugeigenschaften aus. Schwere Schnüre hängen ‘in Bäuchen’ und vermitteln genau wie dehnungsreiche Leinen ein schwerfälliges, schwamiges Fluggefühl. Auch der Durchmessers der Lenkschnüre (und damit ihre Bruchlast) hat Auswirkungen auf das Flugverhalten und damit auf den Spaß auf dem Wasser. Natürlich ist eine gewisse Sicherheit einzukalkulieren, um auf dem Wasser ein Reißen der Leinen ausschließen zu können. Allerdings ist auch einsichtig, daß der Windwiderstand der Leinen die Geschwindigkeit und damit auch die Zugkraft des Kites negativ beeinflußt. Die benötigte Schnurstärke hängt im wesentlichen vom Einsatzzweck (Zweileiner/Vierleiner), Körpergewicht und der Sorgfalt des Kiters ab. Sie ist also individuell zu bestimmen. Der Schreiberling fliegt beispielsweise mit seinen 70 kg einen 8.5er WIPIKA mit 160kg-Schnüren. Ein Bekannter mit gut 100 kg Körpergewicht fliegt schon ewig seine 200kg-Leinen ohne Probleme. Bei Vierleinern haben sich 160kg/90kg-Schnüre (Vorne/Hinten) bewährt. Die Sorgfalt spielt insofern eine Rolle, weil die Schnüre durch Schleifen über Buhnen, rauhes Gelände, Büsche etc. in ihrer Struktur geschädigt werden und damit ihre Bruchlast immens sinkt. Ein regelmäßiger Check der Leinen sollte also selbstverständlich sein - wie bei allen Spaßtampen. Die Oberflächen struktur der Schnüre sollte möglichst glatt sein. So fällt das Lenken nach mehreren Loopings und verdrehten Schnüren aufgrund geringer Reibung leichter und die Leinen sind unanfälliger gegen Durchscheuern.

Als Material für Kitesurfing-Lenkschnüre hat sich ein High-Tech-Kunststoff durchgesetzt, der unter den Markennamen Spectra bzw. Dyneema vertrieben wird. Es handelt sich hierbei um eine sehr feine hochfeste und extrem dehnungsarme Faser mit geringem Gewicht, die kaum Wasser aufnimmt.

Durch die geringe Dehnung der Lenkschnüre und den starken Zug der Kites ist es sehr gefährlich in die Schnüre zu greifen. Entweder man ist extrem vorsichtig und trägt Handschuhe, oder man läßt es einfach. Niemals die Schnur um die Hand wickeln! Es hat hierbei schon viele schlimme Unfälle gegeben.

Zur Wahl der Schnurlänge

Je länger die Schnüre, um so schwerfälliger, langsamer aber auch fehlerverzeiender fliegt der Kite. Zudem ist das Windfenster und die Flughöhe größer, was sich für das Kitesurfing gerade in schwächerem Wind vorteilhaft auswirkt.

Um es jedoch vorweg zu sagen: Es gibt nicht die optimale Leinenlänge für das Kitesurfing. Vielmehr ist die bevorzugte Distanz zum Kite individuell verschieden. Sie hängt vom Flugstil des Piloten, der Art des eingesetzten Drachens, der Windstärke, den Wellen sowie nicht unerheblich vom vorhandenen Platz auf dem Wasser sowie an Land (wichtig für Start/Landung) ab. Die folgenden Ausführungen basieren auf unseren Erfahrungswerten und sind als Ansatzpunkte zum Experimentieren gedacht.

Faustregeln/Leitsätze:

großer Drachen

lange Leinen

kleiner Drachen

kurze Leinen

viel Wind

kurze Leine

wenig Wind

lange Leinen

radikaler Flugstil

kürzere Leinen

Vierleiner

kürzere Leinen als vergleichbarer Zweileiner